Plastik – Stress für den Planeten

Kunststoff in seinen unzählig verschiedenen Formen bestimmt inzwischen unsere Welt. Beschichtungen von Möbeln, Kleidung, Bauteilen, Verpackungen, Flaschen und Milliarden von Plastiktüten beherrschen unseren Alltag. Seinen Siegeszug hat das polimere Material seinen ungewöhnlichen Eigenschaften zu verdanken. Je nach Grundmixtur ist ein Kunststoff bruchfest, elastisch, temperaturbeständig, leicht formbar, extrem hart oder auch resistent gegen chemische Stoffe, selbst hoch konzentrierte Säuren. Obendrein lassen sich Kunststoffe leicht einfärben und bedrucken. Allerdings bereiten viele dieser Eigenschaften zusammen mit der Nichtlöslichkeit in Wasser und der Nichtkompostierbarkeit schon seit geraumer Zeit riesige Probleme. Während Deutschland mit einer Wiederverwertungsquote von über 45% einen großen Schritt beim Recycling getan hat und nur 55% in Müllverbrennungsanlagen verheizt oder in Heizkraftwerken in Wärme und Energie umgewandelt werden, sieht dies in sehr vielen Ländern ganz anders aus.

Zivilisationsmüll tötet jährlich Hunderttausende von Tieren im Meer

Jährlich landen Tausende von Tonnen Plastikmüll in Flüssen, die diesen Unrat ins Meer spülen. Mit den Meeresströmungen findet der gigantische Berg von Kunststoffflaschen, Einkaufstüten, Eimern, Netzen und anderen Kunststoffprodukten seinen Weg zu fünf Stellen in den weiten Ozeanen. Hier sind Naturphänomene zu finden, sogenannte Riesenstrudel. Sie entstehen durch das Zusammentreffen verschiedener Meeresströmungen und aufgrund der Eigenrotation der Erde. Da die meisten weitab von jeglicher Zivilisation liegen und auch keine Hauptschiffsroute durch diese Gebiete führen, blieb der dort gesammelte Plastikmüll lange Zeit unentdeckt, da er von Satelliten aus nicht wahrnehmbar ist. Nach Schätzungen liegen in den Ozeanen inzwischen mehr als 140.000 Tonnen Plastikmüll. Um dies zu verdeutlichen. So ein Müllstrudel hat etwa die Größe des Staates Texas. Auf ein Kilogramm Plankton kommen in diesen Gebieten gut sechs Kilogramm Plastikmüll. Da Kunststoff nicht UV-beständig ist, zerfällt das Material in kleine Bruchstücke, die bei der Nahrungsaufnahme von Fischen und Meeressäugern aufgenommen werden. Sie erleiden dadurch zu Hunderttausenden einen qualvollen Tod. Viele von ihnen werden vergiftet, weil sich im Bereich der Strudel eine hohe Konzentration von flüchtigen Stoffen wie Weichmachern aus dem Kunststoff gelöst hat.

Forscher nehmen sich des Müllberges an

Es gibt bereits eine Dokumentation über diesen gigantischen Müllberg im Pazifik, den sich nun auch einige Wissenschaftler genau ansehen wollen, um eventuell eine Lösung für das Problem zu finden. Zudem ist das Gebiet problematisch, da sich hier niemand zuständig fühlt. Es liegen dort keine nennenswerten Rohstoffe vergraben und es ist zu weit weg von jeglicher Zivilisation. So fühlt sich keine Nation verantwortlich und die Umweltorganisationen scheinen mit dem Müllberg schlichtweg überfordert zu sein. Auch die Konferenz der Umweltminister widmet sich keine Minute dem Müllstrudel, obwohl die Fakten darüber sehr wohl bekannt sind.

Um unseren Planeten zu zerstören und unsere Umwelt zu belasten scheinen der Menschheit immer wieder neue Schikanen einzufallen. Nach atomaren Katastrophen, Schädigung der Ozonschicht und globaler Erwärmung vergiften die Völker dieser Welt auch massiv die Meere, was vielerorts in dieser Größenordnung jetzt erst bekannt wird. Dabei sollten die Völker unseres Planeten genügend Kapazitäten und finanzielle Mittel haben, um diese Müllberge zu beseitigen.

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